Das Essen und ich

In letzter Zeit sehe ich ganz oft Menschen im Internet, die sich dafür einsetzen, dass die Leute weniger (bzw. gar keine) Diäten machen, sondern ein gesundes Verhältnis zu ihrem Essverhalten finden sollen. Das finde ich per se gut und auch richtig, denn, sind wir uns einig, Diäten bringen auf lange Sicht leider nicht viel außer Frust und wieder gefundene Kilos.

Aber (ihr habt es schon geahnt, bei so einem Einstieg musste ein ‚Aber‘ kommen, nicht wahr? ;)) wie die meisten kurz gefassten Aussagen im Internet muss man ein bisschen tiefer graben, um den richtigen Weg für sich zu finden. Der Knackpunkt dabei ist, dass viele dieser Leute auf Essenskontrolle verzichten. In Amerika gibt es dazu sogar eine ganze Bewegung ‚Health at Every Size‘ oder kurz HAES. HAES steht eigentlich dafür, dass man , egal ob dünn oder dick, körperlich fit sein kann. Aber HAES steht auch dafür, dass eine Abnahme nicht automatisch bedeutet, dass man seine Gesundheit verbessert und sie lehnen jede Art der Gewichtskontrolle und Gewichtsabnahme kategorisch (teilweise schon fanatisch) ab. Das ist die überspitzte und ins negativ-umgeschlagene Aussage dessen, was im Moment von vielen im Netz propagiert wird und was sie damit sicherlich auch nicht gemeint haben. Viele HAES in den USA sagen, dass sie nur das essen, was ihr Körper braucht und er ihnen automatisch sagt, was sie essen können/sollen.

Und da liegt für mich die krux. Ich kann nicht ohne Gewichtskontrolle leben. Zumindest im Augenblick nicht. Ich habe mir in den letzten 10-15 Jahren das Gefühl für das, was mein Körper braucht und was ihm gut tut völlig zerschossen. Das war mir lange Zeit gar nicht klar. Aufgefallen ist mir das erst, als ich ein paar Tage hintereinander abends ins Bett ging ohne das Gefühl zu haben einen Klumpen im Bauch zu haben. Ich lag im Bett, war satt (!) aber hatte nicht das Gefühl einen Stein gegessen zu haben. Der Unterschied zwischen ’satt‘ und ‚überfressen‘ war mir derart abhanden gekommen, dass ich das eine nicht mehr von dem anderen unterscheiden konnte. Für mich war ich nur noch ’satt‘ wenn mir vom Essen schon fast schlecht wurde. Was völliger Blödsinn ist. Aber solchen Kleinscheiß muss ich erst wieder lernen. Würde ich also jetzt meine Kalorienapp vom Handy löschen und einfach nur noch essen worauf ich Lust habe, wäre mir damit absolut nicht geholfen.

Denn seien wir einmal ehrlich – ich habe diese Kilos an Übergewicht und meine gesundheitlichen Probleme ja nicht, weil ich so sehr im Einklang mit meinem Körper und seinen Bedürfnissen war. Wer das glaubt, macht sich selbst etwas vor. Vielleicht werde ich irgendwann, in weiter Zukunft, mal so weit sein, dass ich mit Augenmaß abschätzen kann, welche Portion gut für mich ist und instinktiv weiß welche Lebensmittel ich essen sollte und welche nicht oder nur in kleinen Mengen. Aber bis dahin muss ich viel lernen, viel wiederfinden und mich vor allem im Auge behalten.

Aber das wird schon 😉 In diesem Sinne! ❤

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